Wie erstellt man ein authentisches Porträt für den Buchdeckel?
Ihr Name kommt auf den Umschlag. Vielleicht auch Ihr Foto. Darauf sollten Sie sich schon wiedererkennen. Bei einem Porträt für Ihren Buchdeckel fange ich deshalb mit Ihrem Buch und mit Ihnen an. Was haben Sie geschrieben, und was möchten Sie von sich zeigen?






Über das Foto lernen Ihre Leser Sie als Autor kennen. Es kann Vertrauen wecken, die Geschichte unterstützen und dazu einladen, Ihr Buch in die Hand zu nehmen. Hier gehe ich mit Ihnen die Vorbereitung, das Shooting und die Auswahl des Fotos durch. Dazu kommen Beispiele und praktische Fragen an Ihren Gestalter, damit auch klar ist, was Sie für die Bildlieferung vereinbaren sollten.
Überlegen Sie, was Sie von sich zeigen möchten
Ein glaubwürdiges Porträt beginnt mit Ehrlichkeit. Das klingt ziemlich feierlich für ein Foto. Ich meine damit vor allem: Versuchen Sie nicht, einen Schriftsteller zu spielen, der Sie gar nicht sind. Welche Seite von Ihnen passt zu diesem Buch?
Stellen Sie sich ein paar Fragen. Ist Ihre Geschichte persönlich, abenteuerlich oder eher rau? Passt dazu ein offener Blick, oder fühlt sich ein zurückhaltendes Porträt stimmiger an? Und möchten Sie vor allem als Mensch zu sehen sein oder in Ihrer beruflichen Rolle?
Sie brauchen darauf keine fertigen Antworten, bevor wir miteinander sprechen. Die Fragen geben uns einen Anfang. Auch Ihre Haltung und die Umgebung erzählen etwas. Darüber habe ich schon in meinem Artikel geschrieben, warum ein Porträt mehr erzählt als Ihr Gesicht.
Beziehen Sie das Genre mit ein
Bei einem Fach- oder Wirtschaftsbuch kann ein offener, ruhiger Blick Vertrauen wecken. Bei einer persönlichen Geschichte oder einem autobiografischen Buch darf das Porträt vielleicht näher heran. Für einen Roman oder Thriller lässt sich etwas von der Stimmung des Buches im Licht oder im Hintergrund aufgreifen.
Das sind für mich Denkanstöße, keine Vorschriften. Wer einen Thriller schreibt, muss deshalb nicht finster schauen. Achten Sie vor allem darauf, ob das Foto neben Ihrem Text glaubwürdig wirkt. Das Genre hilft bei der Auswahl. Ihren Gesichtsausdruck muss es nicht bestimmen.
Finden Sie heraus, warum ein Porträt Sie anspricht
Schauen Sie sich Buchumschläge aus Ihrem Genre an. An welchen Porträts bleiben Sie hängen? Achten Sie auf die Haltung, aber auch auf das Licht und den Raum um die Person. Vielleicht gefällt Ihnen ein Foto, weil der Hintergrund kaum auffällt. Oder gerade deshalb, weil man etwas vom Arbeitsumfeld sieht.
Sammeln Sie Beispiele auf einem Moodboard, etwa auf Pinterest. Laden Sie mich gern zu Ihrem Moodboard ein. So sehe ich direkt, welcher Stil Sie anspricht. Schreiben Sie ruhig dazu, was Ihnen gefällt. Sonst bewundere ich womöglich die schöne Wand, während Sie den Blick meinten.
Denken Sie dabei auch über Farbe nach. Schwarz-Weiß-Porträts zeigen, wie ein Umschlag wirken kann, wenn keine Farben ablenken. Falls Sie unsicher sind, lesen Sie meinen Artikel über die Wahl zwischen Schwarz-Weiß und Farbe und besprechen Sie das mit Ihrem Gestalter.
Klären Sie vor dem Shooting, was der Gestalter braucht
Ein Foto kann für sich genommen gut wirken und sich trotzdem schwer ins Layout einfügen. Deshalb bitte ich Sie, vorher beim Verlag oder beim Gestalter nachzufragen, was gebraucht wird. Das ist je nach Verlag und Entwurf unterschiedlich.
- In welchem Dateiformat und mit welcher Auflösung soll das Foto geliefert werden?
- Kommt das Porträt auf die Vorderseite, auf die Buchrückseite oder auf beide? Wird ein Hoch- oder Querformat gebraucht?
- Wo stehen Titel und Autorenname? Wie viel Platz muss dafür im Foto frei bleiben?
- Möchte der Verlag ein Porträt erhalten oder mehrere Fotos zur Auswahl?
- Wer trifft die endgültige Auswahl?
Geben Sie die Antworten an Ihren Fotografen weiter. Falls es schon einen Entwurf für den Umschlag gibt, bringen Sie ihn mit. Für die Buchrückseite oder Ihre Autorenseite kann ein Headshot infrage kommen. Besprechen Sie, ob das zum Layout passt und ob Sie dafür dasselbe Foto verwenden möchten.
Vereinbaren Sie, wo Sie das Foto verwenden dürfen
Besprechen Sie vorab auch die Nutzung der Fotos. Möchten Sie das Porträt nur auf dem Buchumschlag verwenden oder auch auf Ihrer Website? Soll es für Ankündigungen eingesetzt und an die Presse weitergegeben werden können?
Halten Sie mit Ihrem Fotografen fest, welche Nutzung vereinbart ist und für welchen Zeitraum. Fragen Sie beim Verlag nach, wofür er das Foto verwenden möchte, und berücksichtigen Sie das in der Vereinbarung. Dann müssen Sie bei der Bildlieferung nicht erst herausfinden, ob alle dasselbe gemeint haben.
Wählen Sie einen Hintergrund, der etwas beiträgt
Ein schlichtes Studio kann ein zeitloses Foto ermöglichen. An einem anderen Ort lässt sich mehr von Ihrem Umfeld zeigen: Ihr Arbeitszimmer, eine Straße in Ihrer Heimatstadt oder ein Schauplatz aus Ihrem Buch. Bei einem Umgebungsporträt erzählt der Ort mit.
Allerdings in Maßen. Ihr Gesicht sollte die Aufmerksamkeit halten können. Ein Arbeitszimmer kann etwas über Sie erzählen. Dafür muss nicht jedes Fach im Bücherregal zu sehen sein.
Denken Sie auch an den Platz, den das Layout braucht. Wenn viel Text um Ihr Porträt steht, kann ein ruhiger Hintergrund helfen. Ein Schauplatz aus Ihrem Buch ist eine schöne Möglichkeit, solange wir dort ein Foto gestalten können, auf dem der Titel lesbar bleibt. Besprechen Sie deshalb den Ort und das Layout zusammen.
Tragen Sie etwas, in dem Sie sich wiedererkennen
Wählen Sie Kleidung, die zu Ihnen passt und nicht von Ihrem Gesicht ablenkt. Ohne auffällige Aufdrucke oder große Logos muss der Gestalter weniger berücksichtigen. Wenn die Farben des Umschlags schon feststehen, halten Sie Ihre Kleiderauswahl einmal daneben.
Bringen Sie ein zweites Kleidungsstück mit, damit wir eine Auswahl haben. Sie müssen sich für das Foto nicht verkleiden. Wenn sich ein Sakko oder Blazer für Sie so anfühlt, sollten wir darüber sprechen.
Ein Notizbuch oder ein Gegenstand aus Ihrem Buch darf mitkommen, wenn er etwas erzählt. Fragen Sie sich aber, was er beiträgt. Nur etwas festzuhalten, damit die Hände beschäftigt sind, finde ich keinen besonders guten Grund. Weitere praktische Hinweise finden Sie in meinem Artikel zur Vorbereitung auf ein Porträtshooting.
Erst reden, dann langsam anfangen
Ich beginne mit einem Gespräch über Ihr Buch, Ihre Arbeit und Ihren Antrieb. Was wollten Sie schreiben, und warum? Sie müssen sich nicht gleich hinsetzen und Ihren besten Autorenblick auflegen. Erst einmal zu reden hilft uns beiden.
Danach fangen wir in Ruhe mit dem Fotografieren an. Wir suchen nach einer Haltung und einem Ausdruck, die zu Ihnen passen. Oft entstehen die ehrlichsten Momente, wenn Sie sich entspannen und kurz vergessen, dass die Kamera da ist.
Während der Aufnahmen habe ich auch den Umschlag im Kopf. Zwischendurch schauen wir uns die Fotos an: Erkennen Sie sich wieder? Stimmt die Stimmung, passt die Haltung? So können wir während des Shootings noch etwas ändern.
Nutzen Sie Licht und Platz für das Layout
Weiches, natürliches Licht wirkt oft warm und einladend. Schatten können Spannung oder Tiefe schaffen. Ich schaue, was zu Ihnen und zum Buch passt. Nicht jedes Foto muss gleich hell und freundlich sein.
Die Bildgestaltung braucht ebenso viel Aufmerksamkeit. Steht der Titel oben, kann ich über Ihrem Kopf mehr Platz lassen. Steht Ihr Name neben Ihnen, kann ich Sie etwas außerhalb der Bildmitte platzieren. Solche Entscheidungen treffe ich gern während des Shootings, mit dem Entwurf vor Augen.
Weiß der Verlag noch nicht, ob es ein Hoch- oder Querformat wird? Dann sollten wir besprechen, ob wir beide Varianten aufnehmen. Mit genügend Platz um Sie herum kann der Gestalter verschiedene Ausschnitte ausprobieren. Klären Sie vorher, wo dieser Platz gebraucht wird, damit wir ihn gezielt einplanen können.
Prüfen Sie die Qualität vor der Bildlieferung
Ein Porträt für den Druck muss oft gestochen scharf sein und eine ausreichende Auflösung haben. Ich fotografiere in hoher Qualität. Beim Shooting achte ich auf eine abstehende Haarsträhne oder eine Falte in Ihrer Kleidung, damit später weniger Nachbearbeitung nötig ist.
Fragen Sie Ihren Verlag, Gestalter oder Ihre Druckerei nach den Vorgaben für die Bilddatei und geben Sie diese weiter. Lassen Sie vor der Lieferung prüfen, ob die ausgewählte Datei die Anforderungen erfüllt, auch im gewünschten Bildausschnitt. Dass ein Foto auf dem Bildschirm scharf aussieht, reicht als Prüfung noch nicht aus.
Bearbeiten Sie das Foto so, dass Sie erkennbar bleiben
Kleine Korrekturen an Licht, Farbe und Kontrast können einem Foto guttun. Auch eine störende Haarsträhne oder Kleidungsfalte lässt sich entfernen. Aber Ihr Ausdruck um die Augen und Ihre Lachfältchen gehören zu Ihrem Gesicht. Ich möchte sie nicht behandeln, als wäre daran etwas falsch.
Zu viel Retusche kann ein Porträt unnahbar und unecht wirken lassen. Besprechen Sie deshalb, was Sie ändern lassen möchten und was bleiben soll. Für mich zählt, ob Sie sich noch wiedererkennen. Auch wenn Sie das Foto länger anschauen.
Beurteilen Sie das Foto zusammen mit dem Titel
Wählen Sie Ihr Porträt nicht völlig losgelöst vom Umschlag aus. Legen Sie das Foto neben den Titel oder bitten Sie den Gestalter, es ins Layout einzusetzen. Dann sehen Sie, wie Farbtöne, Schrift und Bildproportionen zusammenwirken.
Vielleicht ist der Ausschnitt zu eng. Vielleicht zieht der Hintergrund neben der Schrift zu viel Aufmerksamkeit auf sich. Besprechen Sie das gemeinsam. Ihr Porträt darf Leser anziehen, während der Titel und das Thema Ihres Buches genügend Raum behalten.
Schauen Sie sich auch die kleine Version an
Betrachten Sie den Entwurf anschließend in klein, so wie er in einem Onlineshop oder auf dem Handy erscheinen würde. Ist Ihr Blick noch klar erkennbar? Lässt sich Ihr Gesicht gut ausmachen? Prüfen Sie auch, ob der Titel und Ihr Name genug Platz haben.
Kommen Sie dann auf Ihre ersten Fragen zurück. Passt das Foto zur Stimmung des Buches? Zeigt es das, was Sie von sich zeigen wollten? Und vor allem: Bin das ich? Ein schönes Foto, mit dem Sie selbst wenig anfangen können, würde ich noch einmal in Ruhe mit den anderen zur Auswahl stehenden Fotos vergleichen.
Ein Umschlag, auf dem Sie sich wiedererkennen
Die Vorbereitung gibt uns eine Richtung. Beim Shooting suchen wir gemeinsam weiter und achten auf die Details, die später auf dem Umschlag zu sehen sind. Wenn Ihre Persönlichkeit im Foto erkennbar ist, wird der Umschlag schöner und glaubwürdiger. So ein Foto möchte ich mit meiner Porträtfotografie für Sie machen: eines, auf dem Sie sich wiedererkennen.
Möchten Sie ein Porträt, das zu Ihrem Buchumschlag passt?
Ich helfe Ihnen gern dabei, ein Foto zu machen, das zeigt, wer Sie sind. Erzählen Sie mir von Ihrem Buch.
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Telefon: +31 6 263 26316