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Wo entsteht das beste Porträt? 12 inspirierende Orte zum Nachdenken

Veröffentlicht am 15 Juli 2025

Ein gutes Porträt beginnt nicht mit einem Lächeln, sondern mit einer Entscheidung: Wo machen Sie es? Der Ort sagt etwas über Sie, über die Stimmung, die Sie erzeugen möchten, und über die Geschichte, die Sie mit Ihrem Porträt erzählen wollen. Als Fotograf erlebe ich täglich, wie viel Einfluss ein Ort auf das Ergebnis hat. Manchmal ist es eine ruhige Umgebung, in der sich jemand sicher fühlt. Manchmal ein lebendiger Ort, der Energie gibt. Und manchmal ist es schlicht praktisch und trotzdem überraschend ausdrucksstark.

In diesem Beitrag teile ich 12 Orte, die ich regelmäßig für Porträtfotografie nutze oder nutzen möchte. Ob Sie selbst ein Porträt brauchen oder als Fotograf nach Inspiration suchen: Lesen Sie ruhig weiter. Vielleicht ist Ihr nächster Ort schon dabei.

Bei der Wahl eines Ortes für Porträtfotografie spielen auch Licht und Hintergrund eine Rolle. Woher kommt das Licht? Was befindet sich hinter Ihnen? Ein schöner Ort ergibt nicht automatisch ein gutes Porträt. Ich erkläre für jeden Ort, was dort fotografisch passiert und wann die Umgebung Ihnen hilft oder eher im Weg steht.

Eine Frau lehnt an einer Glasfassade am Fluss, ihr Spiegelbild neben ihr.

12 Orte, an denen ein starkes Porträt entsteht

1. In meinem Studio in Wijchen

In meinem Studio in Bijsterhuizen in Wijchen habe ich alles selbst in der Hand: das Licht, den Hintergrund, die Ruhe. Das macht es zu einem guten Ort für Menschen, die nicht daran gewöhnt sind, fotografiert zu werden, oder die sich eine ganz bestimmte Stimmung oder Ausstrahlung vorstellen. Sie haben es dort warm, trocken und ungestört. Außerdem stehen mir verschiedene Lichtaufbauten und Hintergründe zur Verfügung, sodass wir mit Kontrast, Textur und Atmosphäre spielen können. Klassische Fine-Art-Porträts sind genauso möglich wie frische, moderne Fotos. Das ist mein Baumhaus.

Schwarz-Weiß-Porträt einer Frau auf einem dunklen Holzstuhl, in cremefarbener Bluse mit hochgekrempelten Ärmeln, die Hände am Kinn, der Blick zur Seite, vor dunklem Hintergrund.

Der Unterschied liegt vor allem darin, wie viel sich gestalten lässt. Licht direkt von vorn lässt ein Gesicht anders wirken als Licht von der Seite, bei dem Schatten bleiben. Weiches Licht macht den Übergang zum Schatten fließender, härteres Licht macht ihn deutlicher. Das muss kein Zufall sein. Wir können vorher besprechen, welche Ausstrahlung Sie sich wünschen, und das Licht darauf abstimmen.

Dasselbe gilt für den Hintergrund. Ein heller Hintergrund setzt einen anderen Ton als ein dunkler, und Struktur zieht mehr Aufmerksamkeit auf sich als eine ruhige Fläche. Auch der Abstand zwischen Ihnen und dem Hintergrund ist eine Entscheidung: Wie sehr möchten Sie mit ihm verschmelzen, wie deutlich sich davon abheben? Viel braucht es dafür nicht. Manchmal reicht eine ruhige Fläche hinter Ihrem Gesicht.

Diese Kontrolle gibt Sicherheit, wenn Sie genau wissen, was Sie möchten, oder sich vor einer Kamera unsicher fühlen. Aber wenn alles ordentlich geregelt ist, kann ein Porträt auch steif oder etwas zu brav werden. Darauf muss ich selbst also auch achten. Kommen Sie in Ruhe an und nehmen Sie sich Zeit, sich an den Raum zu gewöhnen. Sie müssen beim Reinkommen noch für nichts bereit sein.

Ebenfalls in meinem Studio: 1-zu-1-Workshops Porträtfotografie und Mentorsitzungen.

2. Draußen in der Stadt

Die Stadt lebt, und das spürt man in den Fotos. Denken Sie an ein Porträt vor einer verwitterten Mauer, eine Spiegelung in einem Schaufenster oder eine Silhouette unter einem Viadukt. In Städten wie Nimwegen, Arnhem, Utrecht oder Amsterdam arbeite ich gerne mit dem Licht, den Linien und dem Rhythmus der Umgebung. Manchmal finden wir einen unerwarteten Winkel, eine Gasse, in der das Licht genau richtig fällt, oder eine Graffiti-Wand, die das gewisse Etwas mitbringt. Städtische Porträts passen gut zu Menschen, die etwas Robusteres suchen oder sich in diesem lebendigen Trubel einfach zu Hause fühlen.

Zwischen Gebäuden kommt Licht von oben und von der Seite. Es kann hart auf Ihr Gesicht fallen, während das Licht im Schatten eines Gebäudes oft weicher und gleichmäßiger ist. Außerdem werfen Wände Licht zurück. Achten Sie dabei auch auf ihre Farbe: Eine farbige Wand kann sich als Farbstich auf Ihrer Haut bemerkbar machen. Ein schöner Hintergrund und schönes Licht sind also nicht automatisch dasselbe.

Dazu kommen Linien, Spiegelungen und alles, was hinter Ihnen passiert. Das kann dem Porträt helfen, aber Ihr Gesicht kann auch darin untergehen. Etwas Abstand zum Hintergrund hilft Ihnen, sich von diesem Trubel abzuheben. Eine Tür oder ein Stück Mauer gibt dem Auge einen Ruhepunkt. Es muss nicht die ganze Stadt auf ein Foto.

Für eine robuste, lebendige Ausstrahlung lässt sich das alles nutzen. Wenn Sie sich ein intimes Porträt wünschen, kann dieselbe Umgebung zu viel sein. Verkehr und Passanten nehmen keine Rücksicht darauf, ob Sie sich entspannen können. Sprechen Sie deshalb auch an, wie es Ihnen damit geht, draußen fotografiert zu werden. Ein Ort kann optisch genau passen und Ihnen trotzdem einfach zu voll sein.

→ Benedenstad – alte Gassen und Stevenskerk
→ Kronenburgerpark – klassisches Stadtbild mit Grün und Mauer

Schwarz-Weiß-Porträt einer Frau mit großem Afro, Brille, Jacke und Schal, draußen vor einem Backsteingebäude, das Gesicht mit geschlossenen Augen zur Sonne gewandt, eine Hand im Haar.

3. Ein externes Tageslicht-Studio

Es gibt Orte wie Tageslicht-Studios, in denen das Licht so schön hereinfällt, dass man kaum noch etwas anderes braucht. Keine Blitze, keine Reflektoren, nur Sie, das Fensterlicht und die Stille. Diese Räume haben oft hohe Decken, helle Wände und eine ruhige Atmosphäre. Das passt zu Menschen, die Minimalismus, Schlichtheit und Natürlichkeit schätzen. In Amsterdam und Utrecht gibt es einige sehr schöne Studios, aber auch in kleineren Städten lassen sich Tageslicht-Locations mieten. Für ein weiches, unverfälschtes Porträt ist das vielleicht meine liebste Umgebung.

Ein großes Fenster liefert Licht von einer Seite, oft mit einem weichen Übergang zum Schatten im Gesicht. Wie Sie zum Fenster stehen, macht viel aus. Mit dem Gesicht zum Fenster werden Sie gleichmäßiger beleuchtet, das Gesicht kann dadurch flacher wirken. Mehr Seitenlicht gibt ihm Form. Bleibt mehr Schatten, wird die Stimmung dramatischer. Helle Wände werfen Licht zurück und hellen diese Schatten teilweise auf.

Der ruhige Hintergrund lenkt wenig ab. Mit etwas Abstand zur Rückwand kann sich Ihr Gesicht von der Umgebung abheben. Das passt zu einem schlichten, natürlichen Porträt, aber all diese Leere kann auch steril wirken. An dem Punkt schaue ich, ob der Raum noch etwas zu Ihrem Porträt beiträgt. Sie müssen schließlich nicht in einem ordentlichen weißen Zimmer verschwinden.

Tageslicht verändert sich im Laufe des Tages, und auch Wolken oder ein dunkler Tag verändern seinen Charakter. Da sich ein Tageslicht-Studio meist stundenweise mieten lässt, lohnt sich ein genauer Blick auf die Uhrzeit. Überlegen Sie bewusst, welches Licht Sie suchen. Wenn Sie das besser verstehen möchten, lesen Sie auch meinen Artikel über das Belichtungsviereck.

→ Boutique Studio Lux in Grave – klassisches Tageslicht 30m²
→ Studio Laurant by Juliette in Arnhem – stilvoll 100m²

4. Bei Ihnen zu Hause

Nichts ist so persönlich wie ein Porträt im eigenen Zuhause. Ihr Lieblingssessel, ein Bücherstapel auf dem Tisch, ein alter Boden oder das eine Fenster, durch das immer das schönste Licht fällt: All das trägt zu einem Foto bei, das wirklich Ihres ist. Menschen fühlen sich in ihrer eigenen Umgebung oft ganz von selbst etwas wohler, und das sieht man. Das ist auch eine schöne Option für Eltern mit kleinen Kindern oder für Menschen, die sich so zeigen möchten, wie sie wirklich leben. Nicht poliert, sondern ehrlich.

Fangen Sie bei dem Fenster an, an dem Sie ohnehin gerne sitzen. Oft ist dort auch das angenehmste Licht. Schauen Sie vor allem, wie es hereinfällt und sich im Laufe des Tages bewegt. Fensterlicht von der Seite lässt einen Teil Ihres Gesichts im Schatten, mit dem Gesicht zum Fenster wird es gleichmäßiger beleuchtet. Ein Zimmer kann viel dunkler sein als ein anderes. Auch die Farben um Sie herum spielen mit.

Eine Lampe kann zusammen mit Tageslicht zwei unterschiedliche Lichtfarben auf Ihr Gesicht werfen. Das lohnt einen bewussten Blick, ebenso wie der Hintergrund. Ein Kabel oder ein Stapel Sachen zieht manchmal Aufmerksamkeit auf sich, die besser bei Ihrem Gesicht bleiben sollte. Diese Dinge dürfen weg oder auch bleiben, wenn sie etwas erzählen. Für mich muss Ihr Zuhause kein Ausstellungsraum werden.

Etwas Abstand zu den Dingen hinter Ihnen kann dem Foto Luft geben. In einem kleinen, dunklen Zimmer fehlt dieser Platz vielleicht. Dann ist das Fotografieren zu Hause weniger selbstverständlich. Entscheiden Sie also nicht nur danach, wie vertraut Ihnen der Ort ist. Schauen Sie auch, wo Sie bequem sitzen oder stehen können, ohne dass alles um Sie herum mit aufs Foto muss.

Eine lächelnde Frau mit blondem Haar in einem schwarzen Spitzenoberteil sitzt auf einem roten Sofa und schaut zur Seite, neben einem Spiegel, in dem ihr Gesicht zu sehen ist.

5. In der Natur

Die Natur wirkt während eines Shootings fast therapeutisch. Ein Wald, die Dünen, ein Feld oder ein mäanderndes Flüsschen sorgen für Ruhe und Weite. Ich finde es wunderschön, jemanden vor einem Hintergrund aus hohem Gras oder kahlen Bäumen zu porträtieren. Gerade in Schwarz-Weiß entstehen dabei oft besondere Bilder. Aber auch der Wechsel der Jahreszeiten spielt eine Rolle: Herbstfarben, neblige Morgen oder das Streiflicht des Frühlings. Draußen ist alles in Bewegung, und dadurch fällt jedes Porträt anders aus.

Porträt eines Mannes mit kurzem, ergrauendem Lockenhaar und Bart, in dunkelgrünem Hemd, dahinter unscharfe Dünen, Meer und blauer Himmel.

Unter Bäumen oder an einem bewölkten Tag kann das Licht weich sein. Auf einem offenen Feld fehlt dieser Schutz, und die Mittagssonne kann hart auf Ihr Gesicht fallen. Licht von hinten lässt Blätter durchscheinend wirken und erzeugt eine andere Stimmung als Licht, das direkt auf Ihr Gesicht trifft. Das Grün um Sie herum wirft außerdem Licht zurück, wodurch Ihre Haut einen Grünstich bekommen kann.

Der Hintergrund hat oft Tiefe: Hinter dem Gras stehen Bäume, dahinter liegt noch mehr Raum. Mit etwas Abstand zu dem, was direkt hinter Ihnen steht, können Sie sich davon abheben. Das hilft bei einem ruhigen Porträt, in dem Ihr Gesicht nicht zwischen den Ästen verschwindet. Auch die Entscheidung zwischen Schwarz-Weiß und Farbe macht hier viel aus. In Schwarz-Weiß bekommen Formen und Licht mehr Aufmerksamkeit, ohne die Ablenkung durch all das Grün.

Für eine stille Stimmung eignet sich so eine Umgebung gut, solange Sie sich dort wohlfühlen. Die Jahreszeit und das Wetter bestimmen einiges mit. Wählen Sie Kleidung und Schuhe, die zum Ort passen, und denken Sie an Wind, Kälte oder Schlamm. Entspannt zu schauen wird schwierig, wenn Sie vor allem damit beschäftigt sind, Ihre Füße trocken zu halten.

→ Hatertse Vennen – mystische Heidelandschaft mit Wasser
→ Ooijpolder – offene Landschaft mit Deichen und weiten Ausblicken

6. An Ihrem Arbeitsplatz

Ob Künstler, Coach, Bäcker oder CEO: Ihr Arbeitsplatz sagt etwas darüber, wer Sie sind. Ein Porträt vor Ort gibt Kontext und Charakter. Ein Musikinstrument im Hintergrund, eine Wand voller Haftnotizen, eine Werkbank oder ein aufgeklappter Laptop: Das erzählt etwas. Besonders für Unternehmer oder Redner, die sich positionieren möchten, ist das oft eine sehr naheliegende Wahl. Und Sie müssen sich dafür nicht besonders herausputzen, gerade die Details machen es menschlich.

Am Arbeitsplatz haben Ihre Hände etwas zu tun, und Ihre Körperhaltung ergibt sich ganz von selbst aus der Tätigkeit. Das kann helfen, wenn Sie sich beim Stillstehen vor allem fragen, wie Sie stehen sollen. Bei einem Porträt in Ihrer Umgebung erzählt der Ort mit. Ein paar erkennbare Dinge sagen dabei oft mehr aus als alles, was Sie für Ihre Arbeit brauchen. Sonst muss man zwischen all den Sachen schnell nach der Person suchen.

Das Licht braucht hier etwas Aufmerksamkeit. Manchmal gibt es ein Fenster mit weichem Seitenlicht, manchmal hauptsächlich Lampenlicht, manchmal trifft beides auf Ihr Gesicht. Diese Mischung kann unterschiedliche Lichtfarben erzeugen. Schauen Sie deshalb, woher das Licht kommt und auf welche Seite Ihres Gesichts es fällt. Eine Werkbank kann inhaltlich genau der richtige Ort sein, während das Licht dort weniger günstig fällt.

Auch der Abstand zwischen Ihnen und der Werkbank oder dem Bücherregal bestimmt, wie viel Gewicht der Hintergrund bekommt. Für Unternehmer, Menschen in kreativen oder handwerklichen Berufen und Redner kann eine solche erkennbare Umgebung viel erzählen. Wenn Sie vor allem ein klares, professionelles Porträt möchten, bei dem Ihr Gesicht im Mittelpunkt steht, passen Headshots vielleicht besser zu Ihrem Vorhaben. Ihr ganzer Arbeitsplatz muss nicht mit aufs Foto, um zu zeigen, wer Sie sind.

Eine lachende Frau und ein lachender Mann bauen in einem Büro gemeinsam einen Turm aus bunten Holzklötzen auf einem hohen Tisch.

7. In einem Café

Ein kleiner Tisch am Fenster, eine Tasse Kaffee in der Hand, warme Holztöne und weiches Gegenlicht. Cafés können wunderbare Orte für Porträts mit einer persönlichen, zugänglichen Atmosphäre sein. Sie eignen sich gut für Menschen, die eine Gesprächssituation nachstellen möchten oder auf dem Foto nicht allzu ernst wirken wollen. Wir suchen natürlich gemeinsam einen ruhigen Platz, am liebsten mit angenehmer Akustik und ohne grelles Kunstlicht, damit Sie sich entspannen können und wir in Ruhe arbeiten.

Ein Fenster neben dem Tisch kann weiches Licht auf Ihr Gesicht fallen lassen. Ist das Fenster hinter Ihnen, entsteht Gegenlicht, und Ihr Gesicht bekommt weniger direktes Tageslicht. Drinnen mischt sich oft noch Lampenlicht dazu. Die warmen Holztöne können gut zur Stimmung passen. Schauen Sie aber auch, ob das Licht auf Ihrer Haut noch angenehm wirkt. Gemütlich zu sitzen bedeutet nicht automatisch, gutes Licht zu haben.

Hinter Ihnen passiert währenddessen einiges. Menschen, Flaschen und Teller können das Foto lebendig machen, aber auch Ihr Gesicht in den Hintergrund drängen. Eine Ecke mit einer Wand bringt mehr Ruhe, ein Fensterplatz kann beim Licht helfen. Wenn etwas Abstand zwischen Ihnen und dem Trubel dahinter liegt, bleiben Sie als Person auf dem Foto leichter erkennbar.

Dieser Ort passt, wenn sich das Porträt wie ein Gespräch anfühlen darf. Dafür muss man dieses Gespräch allerdings in Ruhe führen können. Sprechen Sie mit dem Inhaber über einen Zeitpunkt, zu dem weniger los ist. Ist es zu dunkel oder fühlt es sich an, als würden alle zuschauen, ist die Entspannung schnell weg. Ein schöner Tisch löst das leider nicht.

→ Stroom in Lent – altes Wasserwerk
→ Het Veerhuis in Oeffelt – alter Gasthof in der Oeffelter Meent

8. In einem Parkhaus oder Industriegebäude

Für alle mit etwas Mut: Roher Beton, harte Linien und düsteres Licht geben einem Porträt eine völlig andere Atmosphäre. Denken Sie an Modefotografie, an Filmszenen, an Kontrast und Spannung. Solche Orte passen zu Menschen mit einem ausgeprägten Stil oder einer klaren Markenidentität. Wir können hier mit Schatten, Geometrie und Form spielen. Und glauben Sie mir: Selbst ein schlichtes Outfit fällt plötzlich auf, wenn Sie damit vor einer Metalltreppe oder einer verwitterten Mauer stehen.

Hier kann das Licht spärlich und hart sein oder ohne klare Richtung aus dem Raum kommen. Eine Öffnung nach draußen erzeugt wiederum einen erkennbaren Lichtstreifen. Wo sich Ihr Gesicht dazu befindet, bestimmt, was sichtbar bleibt und was im tiefen Schatten verschwindet. Das kühle Grau des Betons kann außerdem Ihre Haut kühl und die Gesichtszüge markant wirken lassen. Das ist eine deutliche Stimmung, für die man sich bewusst entscheiden sollte.

Die Linien führen den Blick durch das Foto. Wenn sie alle um Ihren Kopf herum zusammenlaufen, kann es unruhig werden. Eine ruhige Betonfläche gibt Ihnen dagegen Raum. Auch der Abstand zur Wand spielt mit: Sie können dicht an der Struktur bleiben oder sich stärker davon abheben. Kleidung hat hier viel Einfluss. Eine Farbfläche fällt vor all dem Grau deutlich auf.

Das passt zu einem markanten Porträt oder einem Foto im Stil der Modefotografie, besonders wenn Sie sich mit dieser Ausstrahlung wohlfühlen. Suchen Sie Wärme und Sanftheit, arbeitet der Ort vielleicht gegen Sie. Besprechen Sie vorher, ob der Ort zugänglich und sicher ist und ob Sie eine Genehmigung brauchen. Der Beton kann noch so schön sein, arbeiten können muss man dort schon.

→ Papierfabriek Nijmegen – beeindruckende Industrieräume ab 1.350m²
→ Parkeergarage Mariënburg – Betonlinien und viel Licht

9. Während eines Spaziergangs

Bewegung bringt Entspannung. Manchmal entsteht das schönste Porträt nicht beim Posieren, sondern in den Momenten dazwischen. Bei einem Spaziergang durch die Stadt, entlang der Waal, durch den Wald oder sogar durch ein Wohnviertel können wir unterwegs mehrmals anhalten, um Fotos zu machen. Eine solche Situation fühlt sich leicht und entspannt an. Das passt gut zu Menschen, die nicht gerne stillsitzen oder einfach gerne draußen sind. Und wer weiß: Vielleicht passiert unterwegs etwas Unerwartetes, das das Foto erst besonders macht.

Beim Gehen haben Hände und Schultern etwas anderes zu tun, als eine Pose zu halten. Dadurch können Ihre Haltung und Ihr Gesichtsausdruck von selbst lockerer werden. Das macht einen Spaziergang angenehm, wenn Sie unruhig werden, sobald Sie länger an derselben Stelle stehen. Sie müssen nicht ständig an das nächste Foto denken. Da ist auch einfach das nächste Stück Weg.

Unterwegs verändert sich das Licht. Die Stellen, an denen wir anhalten, verdienen deshalb Aufmerksamkeit. Im Schatten kann es weich sein, ein Stück weiter fällt es direkt von oben oder von der Seite auf Ihr Gesicht. Auch der Hintergrund verändert sich ständig. Wo eben noch viel Platz hinter Ihnen war, steht kurz darauf vielleicht eine Wand ganz nah. Einen Haltepunkt auszuwählen bedeutet also auch, darauf zu schauen, was hinter Ihnen ist und wie viel Abstand sich dazu halten lässt.

Es lässt sich weniger im Voraus festlegen als an einem festen Ort. Das gibt Freiheit, passt aber weniger gut, wenn Sie ein ganz bestimmtes, kontrolliert gestaltetes Porträt suchen. Ziehen Sie Schuhe und Kleidung an, in denen Sie bequem laufen können. In meinem Artikel über die Vorbereitung auf ein Porträtshooting lesen Sie mehr über Kleidung, entspanntes Ankommen und darüber, was Sie mitbringen.

→ Valkhofpark und Umgebung – Treppen, Ausblick und Geschichte
→ Waalkade – lange Linie am Wasser mit städtischem Hintergrund

10. In einem leerstehenden Gebäude

Manchmal entstehen Porträts an Orten, an denen man es nicht erwartet: alte Fabriken, verlassene Schulen, leere Kirchen. Diese Orte haben eine Atmosphäre der Vergänglichkeit, aber auch eine Wirkung, die man anderswo kaum findet. Nicht für jedes Porträt geeignet, aber gerade deshalb etwas Besonderes. Als Mensch stehen Sie buchstäblich im Kontrast zur Leere, und das erzeugt Bilder mit einer bestimmten Spannung, Melancholie oder Stärke.

Das Verhältnis zwischen Ihnen und dem Raum bestimmt hier viel. Viel Leere um Sie herum kann Sie klein wirken lassen, aber auch betonen, dass Sie dort stehen. Dicht an einer Wand spielt der Hintergrund eine andere Rolle im Foto, als wenn ein leerer Raum hinter Ihnen liegt. Ich würde also zuerst schauen, wie viel von diesem Ort das Porträt braucht.

Licht fällt durch Fenster oder Spalten herein, manchmal wird es durch Staub im Raum sichtbar. In einem ansonsten dunklen Zimmer kann eine einzige Öffnung das Gesicht beleuchten, während der Rest im Schatten bleibt. Licht von der Seite macht diesen Kontrast im Gesicht deutlich. Wie hart oder weich es hereinfällt, ist von Ort zu Ort verschieden. Der Unterschied zur dunklen Umgebung kann aber groß sein.

Das eignet sich für ein dramatisches Porträt, das eine Geschichte erzählt. Für ein fröhliches Foto kann die Atmosphäre des Verfalls dagegen zu schwer wirken, selbst wenn Sie den Raum an sich wunderschön finden. Überlegen Sie vorher, ob diese Stimmung zu Ihnen passt. Klären Sie außerdem den Zugang und die Erlaubnis und achten Sie auf die Sicherheit. Leerstand bedeutet nicht, dass man einfach hineinspazieren kann.

11. Bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang

Das Licht der „goldenen Stunde“ ist legendär. Und zu Recht. Die Sanftheit des Morgens oder das warme Gegenlicht des Abends macht selbst einen einfachen Ort besonders. Ein Stadtplatz, ein Strand, eine Wiese: Plötzlich wirkt das Licht magisch. Das erfordert etwas Planung und frühes Aufstehen, aber das Ergebnis ist es wert. Oft machen wir bei einem solchen Shooting mehrere Fotos, während sich das Licht langsam verändert und man ganz im Moment ist.

Die Sonne steht tief, sodass das warme Licht von der Seite oder von hinten kommen kann. Bei Gegenlicht entsteht manchmal ein heller Saum an Ihren Haaren oder Schultern. Ihr Gesicht bekommt dann weniger direktes Licht und kann dunkel werden. Schauen Sie deshalb, wo noch Licht auf Ihr Gesicht fällt. Ein schöner Lichtschein um Ihren Kopf sagt für sich genommen noch nicht viel über Ihren Gesichtsausdruck.

Auch der Hintergrund nimmt die Farben an. Ein offener Horizont gibt Raum. Etwas direkt hinter Ihnen bekommt dagegen mehr Gewicht und kann diese Offenheit begrenzen. Etwas Abstand zum Hintergrund kann helfen, Sie davon abzuheben. Für Wärme und Atmosphäre ist das eine schöne Möglichkeit, solange Sie sich auch mit der Uhrzeit und dem Wetter wohlfühlen. Frühes Aufstehen ist für sich genommen noch keine fotografische Qualität.

Das passende Zeitfenster kann kurz sein, und das Licht verändert sich schnell. Schauen Sie sich den Ort deshalb vorher an und seien Sie rechtzeitig da, damit Sie nicht erst dann herausfinden müssen, wo Sie stehen möchten. Wenn der Zeitplan wenig Spielraum lässt, kann das unpraktisch sein. Das Wetter hält sich schließlich nicht an unseren Termin.

→ Stadswaard in Nijmegen – direkt neben dem Zentrum, mitten in der Natur
→ Waalhaven in Nijmegen – Sonnenuntergang mit Terrassen

12. An einem Ort, der für Sie bedeutsam ist

Manchmal ist der beste Ort einfach der, an dem Ihre Geschichte beginnt. Das kann Ihr Geburtshaus sein, ein Atelier, der Garten Ihres Großvaters, ein Ort in Zeeland, an dem Sie immer zur Ruhe kommen. Sie müssen es nicht erklären: Der Ort hat eine Bedeutung für Sie. Und die spürt man im Bild. Als Fotograf ist es mir eine Ehre, dort mit Ihnen zu sein und diese Geschichte in einem Foto festzuhalten. Gerade wenn es um etwas Kleines und Stilles geht.

An so einem Ort beginnt die Entscheidung damit, was Sie erzählen möchten. Der Hintergrund muss nicht schön sein, solange er zu Ihrer Geschichte passt. Vielleicht ist gerade diese Wand oder dieses Fenster wichtig. Wie nah Sie daran stehen und wie viel Platz dazwischen bleibt, bestimmt, wie eng Sie und der Ort im Foto verbunden sind. Daran zeigt sich auch, warum ein Porträtfoto mehr erzählt als Ihr Gesicht.

Das vorhandene Licht ist der Ausgangspunkt. Das kann weiches Fensterlicht von der Seite sein, aber auch hartes Licht von oben. Schauen Sie, wo es Ihr Gesicht trifft und ob der Ort, den Sie zeigen möchten, dabei im Foto sichtbar bleiben kann. Manchmal bietet die Umgebung optisch wenig Anhaltspunkte. Dann hilft es, das Detail auszuwählen, das etwas erzählt, statt alles mitnehmen zu wollen.

Vertrautes kann entspannen, aber auch Trauer oder Nervosität auslösen. Erwarten Sie also nicht, dass sich ein vertrauter Ort automatisch leicht anfühlt. Überlegen Sie vorher, was Sie erzählen möchten, und besprechen Sie das mit mir. Bitten Sie auch die Bewohner oder den Eigentümer um Erlaubnis, wenn das nötig ist. Ihre Erinnerung an einen Ort bedeutet nicht automatisch, dass er für ein Shooting zur Verfügung steht.

Wählen Sie den Ort, der zu Ihnen passt

  • Was soll das Porträt über Sie erzählen?
  • Wie wohl fühlen Sie sich vor einer Kamera, und welche Umgebung hilft Ihnen dabei?
  • Suchen Sie Ruhe oder eher Energie um sich herum?
  • Wie viel Zeit und Planung passen zu dem, was Sie vorhaben?
  • Passt der Ort zu Ihrer Kleidung und zum Zweck des Fotos: für die Arbeit, privat oder für ein Buch?

Was all diese Orte gemeinsam haben? Sie sind mehr als Hintergrund. Sie helfen Ihnen zu zeigen, wer Sie sind. Die beste Location ist also nicht die fotogenste, sondern die, an der Sie zur Geltung kommen. Dort, wo Sie sich auf Ihre eigene Geschichte einlassen können und wo ich als Fotograf den Raum bekomme, das festzuhalten.

Ob Sie in mein Studio kommen, mit mir in die Stadt gehen oder selbst einen Ort im Sinn haben: Ich überlege gerne mit Ihnen gemeinsam. Jedes Porträt beginnt mit einem guten Gespräch. Und endet mit einem Bild, das stimmt.

Bereit, gemeinsam den passenden Ort für Ihr Porträt zu finden? Nehmen Sie Kontakt mit mir auf oder schicken Sie mir eine Nachricht mit Ihrer Idee. Sie können auch mehr über meine Arbeitsweise auf der Seite zur Porträtfotografie lesen.

Ein kleiner Hinweis: Alle genannten Beispielorte sind Vorschläge. Natürlich hängt vieles von Budget, Verfügbarkeit und den örtlichen Gegebenheiten ab.

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